Aktion "Luftbrücke"
Die “Luftbrücke Irak” gründete sich nach einem eindringlichen Hilfsappell aus dem Kriegsgebiet an den Reporter Michael Clasen im Spätsommer 2007 in der Friedensstadt Osnabrück. Dr. Mirza Dinnayi, ehemaliger Berater des irakischen Präsidenten Dschalal Talabani, wollte nach dem verheerenden Bombenanschlag von Sindschar mit mehr als 300 Toten dem Grauen nicht länger tatenlos zuschauen. Die Initiative arbeitet eng mit dem “Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger Kinder” von Chefarzt Dr. Heiner Ehrenbrink, der seit mehr als einem Jahrzehnt Kindern und Jugendlichen aus Krisengebieten hilft. Bis März 2010 konnten 30 Terroropfer aus dem Irak nach Deutschland ausgeflogen, behandelt und schließlich wieder zu ihren Eltern zurück geschickt werden. Am 6. Juni 2010 kamen die nächsten zwei jungen Patienten nach Deutschland. Ende November 2008 gründete die Initiative einen eigenen Verein. Pro Fall entstehen Kosten von 5000 bis 40000 Euro, die aus verschiedenen Spendentöpfen bislang aufgebracht werden konnten.
Unterstützt wird die Luftbrücke Irak von der Stiftung Stahlwerk, vom Franziskus-Hospital in GM-Hütte, vom Marienhospital Osnabrück, Yezidi Community in Deutschland (Yezidi Unterstützungsverein e. V.), von der Anwaltskanzlei Toennes.Klages.Brinkschröder und von der Dörenberg-Klinik in Bad Iburg sowie von der Internetagentur Netz-Etage. Weitere Krankenhäuser werden gesucht. Die Fluggesellschaft Dokan Air übernahm bis 2009 in der Regel die Kosten für die Flüge. Seit ihrer Einstellung müssen die Ticktes bezahlt werden, da weder Air Berlin, Australian Airlines noch Lufthansa bereit waren, der Luftbrücke Irak entgegen zu kommen. Der Bundestagsabgeordente Dr. Martin Schwanholz bewirkte beim damaligen Bundesaußenminister Franz-Walter Steinmeier eine unbürokratische Lösung der Visa-Frage. Es gibt mittlerweile aber bei jedem Fall zusätzliche bürokratischen Hürden, die nicht einfach zu überwinden sind. Die Gastfamilien helfen oftmals, ohne einen Cent zu verlangen. Kosten fallen für den stationären Aufenthalt an von rund 100 Euro pro Tag und Bett. Einige Spezialoperationen mussten aus Spendengeldern bezahlt werden. Hinzu kommen in Einzelfällen Reise- und Verpflegungskosten. Alle Spenden werden zu 100 Prozent für die Genesung der Patienten ausgegeben.


