Die Luftbrücke Irak in den Medien
Der NDR, RTL und verschiediene Radiosender in Deutschland haben bereits über die Luftbrücke Irak berichtet. Auch die taz widmete der Luftbrücke eine große Reportagenseite.
Nächste Hilfsaktion beginnt
Am 19. Dezember 2008 kommen die nächsten vier irakischen Patienten nach Deutschland. Drei Terroropfer und eine Erkrankte werden von Dr. Mirza Dinnayi und Michael Clasen nach Osnabrück gebracht.
Parken für den guten Zweck
Domschule öffnet im Advent ihren Parkplatz gegen Spende
(Neue Osnabrücker Zeitung 28.09.2008)
„Parken und helfen“ ist am kommenden Samstag das Motto an der Domschule: Der Schulhof wird als stadtnaher Parkplatz zur Verfügung gestellt. Von 9.30 bis 18 Uhr können Autofahrer ihren Wagen dort für fünf Euro beliebig lange abstellen. Die neunte Klasse, die die Aktion durchführt, stellt den Erlös einer gemeinnützigen Initiative zur Verfügung: Größtenteils kommt das Geld dem Projekt „Luftbrücke Irak“ zugute, das jungen irakischen Kriegsopfern hilft. Sechs Kinder und Jugendliche konnten durch die Initiative bereits erfolgreich in Osnabrück und Aachen operiert werden. Mit dem restlichen Erlös wollen die Domschüler ihre Klassenkasse aufstocken. Ziel ist unter anderem die Finanzierung einer Klassenfahrt nach Berlin. Auch an den anderen Adventswochenenden wird der Parkplatz von Klassen für soziale Zwecke „vermietet“.
Freibettenfonds steckt Aktivitäten ab
Neue Vorsitzende an der Dörenberg-Klinik
(Neue Osnabrücker Zeitung 29.08.2008)
In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Freibettenfonds für Katastrophen- und Kriegsopfer an der Dörenberg Klinik wurde Dr. Catherin Vetter-Höltershinken als Nachfolgerin von Margret Köhnen zur neuen Vorsitzenden gewählt.
Der stellvertretende Vorsitzende Dr. Frank Jäkel informierte über die Aktivitäten des Freibettenfonds wie die Aufnahme der ersten beiden Kinder über die Organisation „Luftbrücke“ und deren Gesundheitszustand. Ein Junge sei bereits in seine Heimat zurückgeflogen, der zweite halte sich bis zu seiner nächsten Operation in Hamburg im Kinderhospital Osnabrück auf.
Die Mitglieder regten an, sich mehrmals im Jahr zur Mitgliederversammlung zu treffen, um aktuelle Informationen auszutauschen. Zur Unterstützung des Freibettenfonds sollen in Zukunft Vorträge organisiert werden, die über die Situation der Kinder aus Krisen- und Kriegsgebieten informieren. Zudem soll Kontakt zu örtlichen Schulen aufgenommen werden, um gemeinsam Projekte zu organisieren. Außerdem wird Kontakt zu anderen Krankenhäusern in der Umgebung gesucht und gepflegt. Es wird einen Informationsstand im Bad Iburger Advent geben. Die Institutionen und Firmen im Landkreis werden über die Vorhaben des Freibettenfonds informiert und um Unterstützung gebeten.
Iraker sangen mit Gunter Gabriel
Erbil: Erstes Friedenskonzert live im Fernsehen übertragen – Einladung von Präsident Talabani
(Neue Osnabrücker Zeitung, 03.06.2008)
Von Peter Falk
Gunter Gabriel hat in seinem Leben als deutscher Countrysänger („Hey Boss, ich brauch’ mehr Geld“) schon viele Höhen und Tiefen durchlebt. Im Irak war er jetzt der Star eines bislang einmaligen Abends in dem von Gewalt und Terror erschütterten Land.
„Fast alle meine Freunde haben mich für verrückt erklärt, als ich ihnen von diesem Auftritt erzählt habe“, hatte Gabriel während des Fluges in das Krisengebiet noch erzählt und dabei gelacht. Als der 65-Jährige beim ersten Friedenskonzert am Sonntagabend schließlich auf die Bühne trat, jubelten vor allem die jungen Menschen im Publikum. Sie hatten zwar noch nie zuvor ein Lied von Gabriel gehört. Doch die Tatsache allein, dass erstmals ein deutscher Künstler im Irak spielt, ist für die junge Generation eine Sensation. „Der Wunsch nach mehr Freiheit von religiösen Dogmen und alten Traditionen ist groß“, sagte Dashne Morad.
Die 22-jährige Sängerin und Moderatorin präsentierte die vierstündige Show im neu gebauten Convention Center in der nordirakischen Kurdenmetropole Erbil auf äußerst charmante Weise und dolmetschte, wenn Gabriel etwa den Terror verurteilte. Das Medieninteresse war enorm. Das irakisch-kurdische Fernsehen übertrug das Konzert mit vier Bands aus dem Irak live. Den ersten Auftritt hatte Adel Al-Mokhtar, ein Popsänger aus Bagdad, der arabische Schmusesongs mehr flirtet als singt. Danach legte Gabriel mit seiner vierköpfigen Band los. Es dauerte drei Lieder, dann war das Eis zwischen ihm und dem Publikum gebrochen.
Als Gabriel und seine Band Hits von der Country-Sänger-Legende Johnny Cash spielten, hielt es viele Iraker, Kurden und US-Soldaten nicht mehr länger auf ihren Stühlen. Sie sangen mit, einige tanzten, andere klatschten begeistert. „Er sei geehrt, hier beim ersten Friedenskonzert im Irak spielen zu dürfen“, teilte Gabriel dem Publikum mit. „Und ich wünsche mir, eines Tages auf dem größten Platz in Bagdad unter freiem Himmel spielen zu können.“
Dann berichtete er kurz von seiner Begegnung mit jungen Terroropfern aus dem Irak in einem Krankenhaus bei Osnabrück. Dort wurden dank der humanitären Initiative „Luftbrücke Irak“ in den vergangenen acht Monaten zehn Kinder und Jugendliche behandelt. „Wenn man das sieht, kann man nicht auf dem Sofa liegen bleiben“, so Gabriel.
Die Initiative hatte das erste Friedenskonzert in Erbil maßgeblich gemeinsam mit dem Restaurantmanager Gunter Völker organisiert, der in der kurdischen Region den „Deutschen Hof“ betreibt. Private Sponsoren bezahlten Flüge und Hotels. Mit dem Erlös aus Spenden und dem Verkauf der Konzertkarten können rund zehn weitere Kinder behandelt werden. Eine US-Firma überreichte während der Show allein ein Scheck in Höhe von 10000 US-Dollar.
„Das war herzergreifend“, sagte Gabriels Gitarrist Peter Rehak (60), als er sich nach dem Auftritt in der VIP-Lounge ein Bier gönnte. „Ich war ja im Vorfeld skeptisch, aber man spürt richtig, wie vor allem die jungen Menschen die Veränderung wollen.“
Zwischen den Auftritten der arabischen und kurdischen Gruppen lud Dashne Morad stets Gäste auf die Bühne, darunter den Vize-Parlamentspräsidenten und eine irakische Politikerin aus der Schiiten-Hochburg Basra im Süden des Irak, die sich für Frauenrechte besonders stark engagiert. Aber auch ein Junge, der bei einem Terroranschlag seine beiden Unterschenkel verloren hat, schilderte sein Schicksal. Er wird dank des Erlöses aus dem Benefizkonzert in den nächsten Tagen nach Osnabrück ausgeflogen, wo er Prothesen bekommt, mit denen er wieder laufen lernen soll.
Von der Anwesenheit des deutschen Sängers Gabriel bekam schließlich sogar der irakische Präsident Dschalal Talabani Wind. Er lud den Sänger am gestrigen Abend zu einem spontanen Treffen ein.


